In der 36. SSW sind Sie im dritten Trimester. Die 36. SSW folgt auf die 35. SSW; weiter geht es mit der 37. SSW.
Der Fötus wiegt jetzt etwa 2 600 g und ist rund 47 cm lang. Bei vielen Erstgebärenden tritt der Kopf jetzt in den Beckeneingang ein – die sogenannte Lichtung. Die Kurzatmigkeit lässt nach; dafür nehmen Blasendruck und Beckenbeschwerden zu. In einer Woche gilt das Baby als reifgeboren (ab 37+0 SSW).
Ab dieser Woche sind in Deutschland wöchentliche Vorsorgeuntersuchungen vorgesehen. Das GBS-Ergebnis sollte jetzt vorliegen – im Mutterpass vermerken lassen.
Die Lichtung ist kein verlässliches Zeichen für einen bevorstehenden Geburtsbeginn – sie kann Wochen vor der Geburt eintreten oder bei Mehrgebärenden erst unter der Geburt. Erkennbar durch: tieferer Bauch, sichtbar veränderte Bauchform, nachlassende Kurzatmigkeit, zunehmender Harndrang und Druckgefühl auf den Damm.
Braxton-Hicks-Kontraktionen sind jetzt häufig und kräftig. Echter Geburtsbeginn unterscheidet sich durch Regelmäßigkeit, zunehmende Intensität und fehlende Linderung durch Ruhe. Blasensprung (Fruchtwasserabgang): immer sofort in den Kreißsaal – unabhängig von Wehen.
Lichtung (Engagement) bezeichnet das Eintreten des kindlichen Kopfes in den Beckeneingang. Bei Erstgebärenden tritt sie häufig 2–4 Wochen vor der Geburt ein; bei Mehrgebärenden oft erst unter der Geburt. Sie ist kein verlässlicher Termin-Indikator, bringt aber spürbare Erleichterung der Kurzatmigkeit.
Bishop-Score ist ein klinisches System zur Beurteilung der Geburtsreife des Muttermunds. Fünf Parameter werden bewertet: Muttermund-Öffnung, -Verstreichen, -Konsistenz, -Position und Höhenstand des kindlichen Kopfes. Ein Bishop-Score ≥8 gilt als reifer Muttermund; niedrige Werte sprechen für noch fehlende Geburtsbereitschaft.
Blasensprung bezeichnet den Riss der Fruchtblase mit Abgang von Fruchtwasser. Er kann vor Wehenbeginn auftreten (vorzeitiger Blasensprung, pPROM/PROM). Merkmal: Fruchtwasser riecht süßlich, nicht nach Urin, und lässt sich nicht willentlich stoppen. Immer sofort in den Kreißsaal – unabhängig von Wehen oder Geburtsnähe.
Die Lichtung (Engagement) bezeichnet das Eintreten des kindlichen Kopfes in den Beckeneingang. Bei Erstgebärenden geschieht das oft 2-4 Wochen vor der Geburt; bei Mehrgebärenden häufig erst unter der Geburt. Zeichen der Lichtung: Kurzatmigkeit bessert sich deutlich; der Bauch wirkt tiefer und vorne runder; Harndrang und Beckendruck nehmen zu; der Nabel liegt tiefer. Nicht alle Frauen bemerken eine deutliche Lichtung - das ist kein Warnsymptom.
Ab ca. der 36.-37. SSW tastet die Ärztin oder Hebamme bei Bedarf den Muttermund ab. Beurteilung nach Bishop-Score: Öffnung (cm), Verstreichen (%), Konsistenz, Position und Lage des Kopfes. Ein weiches, verkürztes, leicht geöffnetes Muttermund bedeutet Geburtsbereitschaft. Ein noch fester, langer, geschlossener Muttermund bedeutet: noch kein Beginn absehbar. Beide Befunde sind normal in der 36. SSW – der Befund sägt nichts über den genauen Geburtsbeginn aus.
Eindeutige Geburtsanzeichen: 1) Blasensprung (Flüssigkeitsabgang, klar oder leicht gelblich, riecht süßlich nicht nach Urin) – sofort Kreissaal unabhängig von Wehen. 2) Regelmäßige, zunehmend stärkere Wehen alle 5-10 Minuten über 1 Stunde. Vorzeichen (noch nicht fahren): Zeichnen (blutiger Schleim), Durchfall, Nistinstinkt-Schub, unregelmäßige Vorwehen. Sofort fahren bei: Blasensprung, starken Blutungen, Notfall-Wehen, oder deutlich reduzierten Kindsbewegungen.
Medizinische Indikationen für eine Geburtseinleitung: Präeklampsie, Gestationsdiabetes mit schlechter Einstellung, Wachstumsrestriktion (IUGR), Terminüberschreitung (>40+10 SSW in DE, >41+0 in manchen Leitlinien), vorzeitiger Blasensprung ohne Wehenbeginn, oder mütterliche bzw. fetale Erkrankungen. Eine Einleitung auf Wunsch ohne Indikation ist ab 39+0 SSW möglich, aber nicht routinemäßig empfohlen. Methoden: Prostaglandin-Gel oder -Pessarium, Ballon-Katheter, Oxytocin i.v.
Der errechnete Termin (ET) ist ein statistischer Mittelwert: nur ca. 5 % der Babys kommen genau an diesem Tag. 80 % kommen zwischen der 38. und 42. SSW. Geborene zwischen 37+0 und 41+6 SSW gelten als reifgeboren. Ab 42+0 SSW spricht man von einer Übertragung; ab 40+10 SSW wird in Deutschland die Einleitung diskutiert. Den errechneten Termin und die aktuelle SSW jederzeit mit dem Schwangerschaftsrechner auf dieser Website prüfen.