In der 24. SSW sind Sie im zweiten Trimester – oft als etwa 6 Monate schwanger beschrieben. Die 24. SSW folgt auf die 23. SSW; weiter geht es mit der 25. SSW.
Zwischen der 24. und 28. SSW wird in Deutschland, Österreich und der Schweiz der orale Glukosetoleranztest (oGTT) zur Früherkennung von Gestationsdiabetes (GDM) empfohlen – für alle Schwangeren, unabhängig von Risikofaktoren. In Deutschland übernimmt die GKV die Kosten.
Der Fötus ist jetzt etwa 20–30 cm lang und wiegt ca. 550–650 g. Kindsbewegungen sind gut spürbar, das Baby reagiert auf Schall, Licht und Ihre Aktivität. Die Haut ist noch dünn, aber mehr Fett lagert sich ab, sodass das Baby weniger runzelig wirkt.
Die Gebärmutter reicht jetzt über den Bauchnabel hinaus – der Nabel kann sich abflachen oder nach außen drücken. Leichtes Nasenbluten und empfindliches Zahnfleisch bleiben durch erhöhte Schleimhautdurchblutung häufig. Gewichtszunahme ist gewünscht und unterstützt das Wachstum des Babys – Diäten sind in der Schwangerschaft kontraindiziert.
Neben dem oGTT kann bei Rh-negativem Bluttyp der zweite Antikörpersuchtest (AKS) anstehen sowie eine Kontrolle von Hämoglobin, Blutdruck und Urin. Sprechen Sie Ihren Vorsorgetermin aktiv auf diese Untersuchungen an.
oGTT (oraler Glukosetoleranztest) ist der Standardtest auf Gestationsdiabetes (24.–28. SSW). Grenzwerte nach DDG/WHO: nüchtern ≥92 mg/dl, nach 1h ≥180 mg/dl, nach 2h ≥153 mg/dl. Ein überschrittener Wert genügt für die Diagnose GDM.
Anti-D-Prophylaxe (Rh-Immunglobulin) verhindert die Bildung von Antikörpern gegen Rh-positive fetale Blutzellen bei Rh-negativen Schwangeren. Sie wird routinemäßig um die 28.–30. SSW und nach der Geburt (falls das Kind Rh-positiv ist) verabreicht.
Gestationsdiabetes (GDM) ist eine in der Schwangerschaft erstmals auftretende Glukosetoleranzstörung. Er erhöht das Risiko für Makrosomie, Kaiserschnitt und neonatale Hypoglykämie. Bei guter Blutzuckereinstellung sind die Risiken deutlich reduzierbar.
Der orale Glukosetoleranztest (oGTT) wird zwischen der 24. und 28. SSW durchgeführt. Vorbereitung: mindestens 8 Stunden nüchtern (nur Wasser erlaubt). Ablauf: Nüchternblutzucker-Messung, dann Trinken einer Glukoselösung (75 g Glukose in 300 ml Wasser), Blutzuckermessung nach 1 und 2 Stunden. Grenzwerte nach WHO/DDG: nüchtern ≥5,1 mmol/l (92 mg/dl), nach 1h ≥10,0 mmol/l (180 mg/dl), nach 2h ≥8,5 mmol/l (153 mg/dl). Ein überschrittener Wert gilt als positiv.
Bei einem positiven oGTT-Ergebnis wird die Diagnose Gestationsdiabetes (GDM) gestellt. Erste Maßnahme: Ernährungsberatung und Blutzucker-Selbstkontrolle (4–6× täglich messen). Zielwerte: nüchtern <5,3 mmol/l, 1h postprandial <7,8 mmol/l, 2h postprandial <6,7 mmol/l. Bei unzureichender Einstellung durch Diät: Insulin (Metformin ist in DACH nicht Mittel der ersten Wahl). Engmaschige Vorsorge, zusätzliche Ultraschalle (Biometrie), Geburtsplanung. GDM erhöht das Risiko für Makrosomie, Kaiserschnitt und neonatale Hypoglykämie.
Rhesus-negative Schwangere (Blutgruppe Rh-negativ) können Antikörper gegen Rh-positive fetale rote Blutzellen bilden, wenn fetales Blut in den Kreislauf der Mutter gelangt. Diese Antikörper können in einer folgenden Schwangerschaft zu Morbus haemolyticus neonatorum führen. Die Anti-D-Prophylaxe (Rh-Immunglobulin-Injektion) wird in Deutschland laut Mutterschaftsrichtlinien zwischen der 28. und 30. SSW routinemäßig empfohlen (GKV-finanziert). In Österreich und der Schweiz gelten vergleichbare Empfehlungen.
Ja. Der Nabel flacht sich durch den Druck der wachsenden Gebärmutter ab oder drückt sich nach außen ("Stehbauchnabel"). Das ist ab ca. der 20.–25. SSW häufig, vollkommen harmlos und bildet sich nach der Geburt meist von selbst zurück. Bei Schmerzen rund um den Nabel (Verdacht auf Nabelhernie) Ärztin aufsuchen – Nabelhernien können in der Schwangerschaft auftreten, sind aber selten behandlungspflichtig.
In Deutschland, Österreich und der Schweiz empfiehlt sich eine Klinikvoranmeldung zwischen der 20. und 28. SSW – besonders in Städten mit knappen Kapazitäten. Die Anmeldung ist keine verbindliche Buchung, sondern eine Voranmeldung. Bringen Sie zum Anmeldesgespräch Ihren Mutterpass (DE) bzw. Mutter-Kind-Pass (AT) mit. Bei geplanter Hausgeburt oder Geburtshaus-Geburt sollte die Hebamme noch früher gebucht werden.