In der 40. SSW sind Sie im dritten Trimester – und am errechneten Termin angelangt. Die 40. SSW folgt auf die 39. SSW.
Der Fötus wiegt jetzt durchschnittlich etwa 3 400–3 500 g und ist rund 51 cm lang – aber die Varianz ist groß. Alles ist bereit: Lungen, Gehirn, Immunsystem, Verdauung. Das Baby wartet auf das Signal, das den Geburtsbeginn auslöst – und das geht von ihm selbst aus.
Nur ca. 5 % aller Babys kommen genau am errechneten Termin. Rund 80 % kommen zwischen der 38. und 42. SSW. Der errechnete Termin ist ein statistischer Mittelwert, kein Fälligkeitsdatum – er wird per Ultraschall (oder Naegele-Regel nach letzter Menstruation) bestimmt und hat eine Unschärfe von ±1–2 Wochen. Den Schwangerschaftsrechner nutzen, um Termin und SSW zu bestätigen.
Ab dem ET wird das Monitoring engmaschiger: CTG alle 2–3 Tage, Ultraschall zur Beurteilung der Fruchtwassermenge. Solange das CTG unauffällig ist und genügend Fruchtwasser vorhanden ist, ist ein Abwarten bis 40+10 SSW (DE) oder 41+0 SSW (AT, CH) medizinisch sicher. Ab diesen Zeitpunkten wird eine Geburtseinleitung routinemäßig besprochen – nicht weil eine Gefahr unmittelbar droht, sondern weil das Risiko für Plazentainsuffizienz und Mekoniumaspiration mit jeder weiteren Woche langsam ansteigt.
Sofort Kreißsaal: Blasensprung, regelmäßige Wehen (5-1-1-Regel), grünes oder braunes Fruchtwasser, starke Blutungen, deutlich reduzierte oder fehlende Kindsbewegungen.
Biophysikalisches Profil (BPP) ist eine kombinierte Ultraschall- und CTG-Beurteilung des fetalen Wohlbefindens nach dem ET. Fünf Parameter werden bewertet (je 0 oder 2 Punkte): fetale Atembewegungen, Körperbewegungen, Tonus, Fruchtwassermenge und CTG-Reaktivität. Ein Score ≥8/10 ist unauffällig; ≤4/10 erfordert sofortige Intervention.
Oligohydramnion bezeichnet zu wenig Fruchtwasser (AFI <5 cm oder SDP <2 cm). Es kann auf eine abnehmende Plazentafunktion nach dem ET hinweisen und ist ein Grund für eine Geburtseinleitung. Leichtes Oligohydramnion bei ansonsten unauffälligem BPP wird engmaschig kontrolliert.
Naegele-Regel berechnet den errechneten Termin aus dem ersten Tag der letzten Menstruation: +1 Jahr, −3 Monate, +7 Tage (bei 28-Tage-Zyklus). Bei unregelmäßigem Zyklus oder frühzeitigem Ultraschall-Termin (vor der 14. SSW) ist der Ultraschall-basierte Termin genauer und wird bevorzugt.
Golden Hour bezeichnet die erste Stunde nach der Geburt: sofortiger Haut-zu-Haut-Kontakt, erste Stillanbahnung, verzögertes Abklemmen der Nabelschnur. Diese Phase hat nachgewiesene Vorteile für Bindungsaufbau, Stillstart und Stabilisierung der Körpertemperatur des Neugeborenen.
Der errechnete Termin (ET) ist ein statistischer Mittelwert, kein Fälligkeitsdatum. Nur ca. 5 % aller Babys kommen genau an diesem Tag; ca. 80 % kommen zwischen der 38. und 42. SSW. Eine Geburt bis zur 41+6 SSW gilt als normal. Erst ab der 42+0 SSW spricht man von echter Übertragung mit erhöhtem Risiko. In Deutschland wird eine Einleitung ab 40+10 SSW besprochen und ab 41+0 SSW routinemäßig angeboten.
Ab dem ET (40+0) wird das Monitoring in den meisten DACH-Praxen engmaschiger: CTG (Herzton-Wehen-Aufzeichnung) alle 2-3 Tage; Ultraschall zur Beurteilung der Fruchtwassermenge (AFI oder SDP); Biophysikalisches Profil (BPP) bei Auffälligkeiten; ggf. Doppler-Untersuchung. Ziel: frühzeitiges Erkennen von Plazentaleitungsinsuffizienz oder Mekoniumbelastung. Solange CTG und Fruchtwasser unauffällig sind, ist ein Abwarten bis 40+10 bzw. 41+0 sicher.
Das Risiko für Totgeburt steigt nach dem ET langsam an: bei 40+0 SSW ca. 1:1.000 pro Woche; bei 42+0 SSW ca. 2-3:1.000 pro Woche. Das absolute Risiko bleibt gering, steigt aber relativ an. Weitere Risiken bei Übertragung: Mekoniumaspiration, Makrosomie (grosses Baby), abnehmende Plazentafunktion, Oligohydramnion (zu wenig Fruchtwasser). Deshalb engmaschiges Monitoring und Einleitungsangebot ab 40+10 in DE (41+0 in AT und CH).
Eine Einleitung beginnt oft mit der Muttermundreifung: Prostaglandin-Gel oder -Pessarium in die Scheide; oder mechanisch mit einem Ballonkatheter. Wenn der Muttermund reif ist (Bishop-Score >= 6-8), Blasensprengung (Amniotomie) und/oder Oxytozin-Tropf i.v. Die Einleitung kann Stunden bis 2 Tage dauern. Eine eingeleitete Geburt verlauft intensiver als eine spontane – Schmerzlinderung (PDA) kann früher benötigt werden. Einleitungsraten liegen in DACH bei ca. 20-25 % aller Geburten.
Für das Baby: Frühes Bonding (sofortiger Haut-zu-Haut-Kontakt), verzögertes Abklemmen der Nabelschnur (delayed cord clamping), Apgar-Bewertung (1., 5., 10. Minute), U1-Untersuchung, Vitamin-K-Gabe (oral oder i.m.), Messung von Gewicht, Länge und Kopfumfang. Für Sie: Plazenta (in der Regel innerhalb von 30 Minuten); Nähte bei Dammriss oder Episiotomie; Stillanbahnung in der ersten Stunde (Golden Hour); Anti-D-Injektion für Rh-negative Mütter bei Rh-positivem Baby (innerhalb 72 Stunden).