In der 23. SSW liegen Sie knapp nach der Hälfte der Schwangerschaft. Kindsbewegungen sind oft deutlicher wahrnehmbar und manche Frauen bemerken erste regelmäßigere Schlaf-Wach-Rhythmen des Babys. Der Fötus übt Atemsaugbewegungen – noch ohne Funktion, aber als Vorbereitung auf die Geburt.
Der Fötus wiegt jetzt etwa 500–600 g und ist ca. 28–30 cm lang. Die Haut ist noch dünn und halb durchsichtig, Blutgefäße schimmern durch. Unterhautfett baut sich auf, die Sinnesareale des Gehirns entwickeln sich weiter.
Die 23. SSW folgt auf die 22. SSW und gehört zum zweiten Trimester. Weiter zur 24. SSW, in der das Gestationsdiabetes-Screening (oGTT) ansteht.
Das Baby öffnet und schließt die Augenlider, saugt manchmal an Fingern oder Zehen und bewegt sich koordiniert. Es reagiert auf Licht (Augenlider geschlossen), Geschmack (Fruchtwasser) und Geräusche. Der Gleichgewichtssinn entwickelt sich im Innenohr weiter. Schlaf- und Wachphasen werden erkennbarer – auch wenn das Muster noch unregelmäßig ist.
Braxton-Hicks-Kontraktionen (Übungswehen) können in dieser Woche beginnen: kurze, schmerzlose Verhärtungen der Gebärmutter ohne regelmäßiges Muster. Sie werden durch Dehydratation, Bewegung oder Geschlechtsverkehr verstärkt. Trinken, Positionswechsel und Ruhe lindern sie meist sofort.
Manche Frauen bemerken erstmals Kolostrum – eine goldgelbe, dickflüssige Flüssigkeit aus der Brust. Das ist normal und kein Zeichen für eine Fehlfunktion. Sodbrennen, Knöchelödeme, Appetitveränderungen, Rückenschmerzen und Schlafprobleme sind häufige Begleiter dieser Phase.
Sofort Kreißsaal: regelmäßige oder schmerzhafte Kontraktionen, Flüssigkeitsabgang aus der Scheide, Blutungen, starke Schmerzen oder verminderte Kindsbewegungen.
Braxton-Hicks-Kontraktionen (Übungswehen) sind unregelmäßige, schmerzlose Gebärmutterkontraktionen ohne geburtsfördernde Wirkung. Sie treten ab dem zweiten Trimester auf, werden aber oft erst ab ca. der 20.–28. SSW bewusst wahrgenommen.
Kolostrum ist die erste Milch: goldgelb, dickflüssig, reich an Antikörpern (IgA), Leukozyten und Wachstumsfaktoren. Es kann bereits ab dem zweiten Trimester aus der Brust austreten und ist das erste Nahrungsmittel des Neugeborenen.
Viabilitätsgrenze bezeichnet die Grenze der Lebensfähigkeit von Frühgeborenen. In DACH liegt sie medizinisch bei ca. 22–24 SSW; ab der 22+0 SSW wird eine aktive Behandlung in spezialisierten Perinatalzentren erwogen.
Braxton-Hicks-Kontraktionen (Übungswehen, Vorwehen) sind unregelmäßige, schmerzlose Gebärmutterkontraktionen, die ab dem zweiten Trimester auftreten können. Sie dauern 20–60 Sekunden, sind nicht schmerzhaft, kommen ohne Muster und werden nicht stärker. Sie gelten als normale Vorbereitung der Gebärmutter. Auslöser: Dehydratation, Bewegung, Geschlechtsverkehr. Bei regelmäßigen Kontraktionen (alle 5–10 Minuten), starken Schmerzen, Blutungen oder Flüssigkeitsabgang sofort Kreißsaal aufsuchen.
Die Viabilitätsgrenze (Grenze der Lebensfähigkeit) liegt medizinisch bei ca. 22–24 SSW. Frühgeborene vor der 22. SSW können mit heutiger Medizin in der Regel nicht überleben; ab der 22. SSW sind mit intensiver neonatologischer Betreuung erste Überlebenschancen möglich (aber gering). Ab der 24. SSW steigen die Überlebenschancen deutlich: ca. 50–60 %. Ab der 28. SSW überlebt die große Mehrheit (>80 %) ohne schwere Behinderung. In Deutschland, Österreich und der Schweiz werden Frühgeborene ab ca. 22+0 SSW aktiv behandelt – abhängig vom klinischen Befund und Elternwunsch.
Kolostrum ist die erste Milch, eine goldgelbe, dickflüssige Substanz, reich an Antikörpern, Wachstumsfaktoren und Leukozyten. Es kann bereits ab dem zweiten Trimester leicht aus den Brustwarzen austreten – das ist normal. Keine Maßnahme nötig; Stilleinlagen ins BH legen wenn lästig. Kolostrum kann ab ca. der 36.–37. SSW auf ärztlichen Rat antenatale abgedrückt und gelagert werden (antenatales Kolostrum-Pumpen) – besonders bei Diabetes oder geplanter Frühgeburt.
Seitenlage (bevorzugt links) ist die empfohlene Schlafposition ab dem zweiten Trimester. Ein Kissen zwischen den Knien reduziert Hüft- und Rückenschmerzen. Ein Kissen unter dem Bauch stabilisiert die Wirbelsäule. Ein Stillkissen oder großes Seitenschläferkissen gibt Gesamtunterstützung. Sodbrennen: Kopfteil des Bettes leicht erhöhen oder Keil unter die Matratze legen. Nicht zu spät abends essen.
Sodbrennen entsteht durch Progesteron, das den unteren Ösophagussphinkter entspannt, und durch den wachsenden Uterus, der den Magen nach oben drückt. Bewährte Maßnahmen: kleine, häufige Mahlzeiten; nicht zu fettig, scharf oder süß essen; 2–3 Stunden nach dem Essen nicht hinlegen; Schlafposition leicht erhöht. Schwangerschaftssichere Antazida: Calciumcarbonat, Magnesiumhydroxid (nach Rücksprache). Omeprazol und Pantoprazol: können nach ärztlicher Verschreibung eingesetzt werden, wenn Basismaßnahmen nicht reichen.