In der 28. SSW beginnt das dritte Trimester – die letzte Phase der Schwangerschaft. Die 28. SSW folgt auf die 27. SSW; weiter geht es mit der 29. SSW.
Der Fötus wiegt jetzt etwa 1 000 g und ist rund 37 cm lang. Die Augen sind vollständig geöffnet, das Baby unterscheidet zwischen Hell und Dunkel. Die Lungen reifen weiter, das Gehirn zeigt erste Windungen. Bei einer Frühgeburt in dieser Woche ist die Überlebenschance in einem Perinatalzentrum sehr gut – über 90 %.
Für Rh-negative Schwangere steht jetzt die Anti-D-Prophylaxe an (28.–30. SSW laut deutschen Mutterschaftsrichtlinien). Ab dieser Woche wird empfohlen, täglich auf Kindsbewegungen zu achten.
Kurzatmigkeit bei leichter Anstrengung, häufiger Harndrang und Schlafprobleme werden im dritten Trimester häufiger. Das Vena-cava-Kompressionssyndrom – Schwindel und Übelkeit beim Liegen auf dem Rücken – ist durch den wachsenden Uterus bedingt. Linke Seitenlage ist die empfohlene Schlafposition.
Braxton-Hicks-Kontraktionen (Übungswehen) können intensiver werden. Sie sind unregelmäßig, schmerzlos und hören mit Ruhe oder Positionswechsel auf. Regelmäßige Kontraktionen – auch wenn sie nicht schmerzhaft sind – gehören immer abgeklärt.
Drittes Trimester (28.–40. SSW) ist die letzte Phase der Schwangerschaft. Baby und Plazenta wachsen stark, die Lungen reifen aus, Gehirnwindungen bilden sich. Für die Mutter: zunehmende körperliche Beschwerden, Vorbereitung auf Geburt und Wochenbett.
Vena-cava-Kompressionssyndrom entsteht, wenn die schwangere Gebärmutter in Rückenlage auf die untere Hohlvene (V. cava inferior) drückt und den venösen Rückfluss zum Herzen behindert. Symptome: Schwindel, Übelkeit, Blässe, Herzrasen. Sofortmaßnahme: auf die Seite drehen.
Kardiotokogramm (CTG) zeichnet gleichzeitig die fetale Herzfrequenz und Uteruskontraktionen auf. Es wird bei Risikoschwangerschaften ab der 28.–32. SSW eingesetzt; bei unkomplizierten Schwangerschaften routinemäßig ab der 36.–38. SSW.
Ab der 28. SSW empfehlen DACH-Fachgesellschaften, täglich auf Kindsbewegungen zu achten. Gebräuchliche Methode: Zählen Sie zu einer festen Tageszeit (oft abends), bis Sie 10 Bewegungen gespürt haben – das sollte innerhalb von 2 Stunden möglich sein. Ein persönliches Muster entwickeln: aktive und ruhige Phasen kennenlernen. Bei deutlich reduzierter Aktivität oder mehr als 12 Stunden ohne spürbare Bewegung sofort Hebamme oder Kreissaal kontaktieren – nicht abwarten.
Rh-negative Schwangere (Blutgruppe Rh-negativ) erhalten laut deutschen Mutterschaftsrichtlinien zwischen der 28. und 30. SSW eine routinemäßige Anti-D-Injektion (Rh-Immunglobulin). Sie verhindert die Bildung von Antikörpern gegen Rh-positive fetale Blutkörperchen. In Österreich und der Schweiz gelten vergleichbare Empfehlungen. Die Injektion ist GKV-finanziert (DE) und dauert nur wenige Minuten. Nach der Geburt wird eine weitere Injektion gegeben, wenn das Kind Rh-positiv ist.
Linke Seitenlage ist bevorzugt: Sie optimiert den venösen Rückfluss und vermeidet Druck auf die untere Hohlvene (Vena cava). Die rechte Seite ist ebenfalls möglich und deutlich besser als Rückenlage. In Rückenlage kann die schwere Gebärmutter die V. cava komprimieren und Schwindel, Übelkeit sowie verminderter Herzschlag beim Baby auslösen (Vena-cava-Kompressionssyndrom). Kein Grund zur Panik, wenn Sie morgens auf dem Rücken aufwachen – kurzfristig ist das kein Problem.
Das Kardiotokogramm (CTG, Herzton-Wehen-Aufzeichnung) wird bei unkomplizierter Schwangerschaft in Deutschland nicht routinemäßig vor der 36.-38. SSW eingesetzt. Bei Risikoschwangerschaften (Gestationsdiabetes, Bluthochdruck, IUGR, verminderte Kindsbewegungen) wird es frühzeitiger und regelmäßig durchgeführt – häufig ab der 28.-32. SSW. In Österreich ist ein CTG ab der 36. SSW im Mutter-Kind-Pass vorgesehen.
In der 28. SSW liegt die Mehrheit der Babys noch nicht in Schädellage – das ist normal. Bis zur 34.-36. SSW wenden sich die meisten Kinder von selbst in die richtige Position. Massnahmen zur Unterstützung der Wendung: Knie-Brust-Lage (täglich ca. 15-20 Minuten), Seitenlage bevorzugt links, Schwimmen, Musik oder Kaltreiz am Steissende des Bauches. Ab der 36.-37. SSW wird bei anhaltender Beckenendlage die äußere Wendung (ECV) oder ein Gesprach über Geburtsmodus empfohlen.