In der 34. SSW sind Sie im dritten Trimester. Die 34. SSW folgt auf die 33. SSW; weiter geht es mit der 35. SSW.
Der Fötus wiegt jetzt etwa 2 200 g und ist rund 45 cm lang. Die Lungen sind fast vollständig ausgereift – Babys, die jetzt zur Welt kommen (späte Frühgeburt 34.–36. SSW), können meistens selbstständig atmen, brauchen aber intensivere Beobachtung für Wärmeregulation, Trinken und Blutzucker. Ab der 37. SSW gilt das Baby als reifgeboren.
In Deutschland beginnt die gesetzliche Mutterschutzfrist 6 Wochen vor dem errechneten Termin – bei einem Termin in der 40. SSW also ungefähr jetzt. Den Arbeitgeber rechtzeitig informieren, falls noch nicht geschehen.
Das Beckendruckgefühl intensiviert sich, wenn sich das Baby tiefer setzt. Die Hüften und Bänder weiten sich hörbar vor – Relaxin macht auch die Beckenknochen beweglicher. Rückenschmerzen, Beckenbeschwerden und Ischiassymptome gehören in dieser Phase zur täglichen Erfahrung vieler Frauen. Physiotherapie und Schwangerschaftsgymnastik bleiben empfehlenswert.
Der Bauch fühlt sich eng und schwer an. Sodbrennen und Kurzatmigkeit sind auf dem Höhepunkt – die Lichtung (Absenken des Kopfes ins Becken) bringt erst Erleichterung, typischerweise in der 36.–38. SSW bei Erstgebärenden.
Späte Frühgeburt (34+0–36+6 SSW) bezeichnet Geburten in einem Fenster, in dem die meisten Organe – besonders die Lungen – fast reif sind. Überlebenschancen nahezu 100 %. Hauptrisiken: Hypothermie, Hypoglykämie, Trinkschwäche, verlängerte Gelbsucht. Klinikaufenthalt länger als bei Reifgeborenen; Heimgang oft erst nach vollständiger Stabilisierung.
Mutterschutz (Deutschland) ist der gesetzliche Schutz nach dem Mutterschutzgesetz (MuSchG). Die Schutzfrist beginnt 6 Wochen vor dem ET und endet 8 Wochen nach der Geburt (12 Wochen bei Früh- oder Mehrlingsgeburten). Während dieser Zeit gilt ein Beschäftigungsverbot; der Arbeitgeber zahlt den Lohn weiter (Mutterschaftsgeld GKV + Arbeitgeberzuschuss).
Perinealmassage ist die manuelle Dehnung des Damms ab der 34.–36. SSW. Cochrane-Metaanalysen zeigen eine Reduktion von Dammschnitten (Episiotomien) bei Erstgebärenden um ca. 16 %. Sie beeinflusst schwere Dammrisse (Grad III/IV) weniger deutlich, ist aber ohne Risiken.
Als späte Frühgeburt gilt eine Geburt zwischen der 34+0 und 36+6 SSW. Die Lungen sind zu diesem Zeitpunkt fast vollständig ausgereift; viele Babys können selbstständig atmen, benötigen aber beobachtende Unterstützung für Wärmeregulation, Trinken und Blutzucker. Überlebenschancen ab 34 SSW: nahezu 100 %. Klinikaufenthalt ist länger als bei Reifgeborenen, aber intensive Pflege ist selten nötig. Ab 37+0 SSW gilt das Baby als reifgeboren.
Deutschland: Die gesetzliche Mutterschutzfrist beginnt 6 Wochen vor dem errechneten Termin (ET). Bei einem ET in der 40. SSW bedeutet das: Schutzfrist ab ca. der 34. SSW. Wer frühzeitig geboren wird, gewinnt die nicht genutzten Wochen vor der Geburt für die Zeit danach. Österreich: Mutterschutz beginnt ebenfalls 8 Wochen vor dem ET. Schweiz: Kein vorgeburtlicher Mutterschutz per Gesetz, aber Arbeitsverbote bei gefährdenden Tätigkeiten; die Mutterschaftsentschädigung (14 Wochen) beginnt mit der Geburt.
Ab der 34. SSW: 3-4x pro Woche, 5-10 Minuten. Vorgehen: Hände waschen; neutrales Öl (Mandelöl, Olivenöl oder spezielles Perinealmassageöl); in bequemer Position (sitzend, halb liegend oder ein Fuss auf einem Stuhl); Daumen ca. 3-4 cm in den Scheideneingang einführen; sanft nach unten und zur Seite dehnen bis ein leichtes Brennen spürbar ist; diese Dehnung 1-2 Minuten halten, dann wiederholen. Schmerzen vermeiden. Bei Herpes genitalis oder Placenta prävia nicht durchführen.
Ab ca. der 36. SSW sehen die deutschen Mutterschaftsrichtlinien wöchentliche Vorsorgeuntersuchungen vor. In Österreich und der Schweiz ähnlich. Ziel: frühzeitiges Erkennen von später Präeklampsie, Wachstumsrestriktion, pathologischer CTG-Veränderungen sowie Beurteilung von Kindslage, Muttermund und Geburtsbereitschaft. Je näher der Termin, desto wichtiger das engmaschige Monitoring.
Ab der 36.-37. SSW wird bei anhaltender Beckenendlage die äußere Wendung (ECV) angeboten – in der Klinik unter CTG-Überwachung, oft mit Tokolyse. Erfolgsrate: ca. 50-60 %. Wenn die ECV nicht möglich oder erfolglos ist, wird der Geburtsmodus besprochen: vaginale Beckenendlagengeburt (in spezialisierten Zentren möglich, aber selten) oder primärer Kaiserschnitt. Die Entscheidung sollte geeinsam mit der Geburtsklinik getroffen werden.