In der 31. SSW sind Sie im dritten Trimester. Die 31. SSW folgt auf die 30. SSW; weiter geht es mit der 32. SSW.
Der Fötus wiegt jetzt etwa 1 600 g und ist rund 41 cm lang. Ein wichtiger Meilenstein: Die Augen reagieren auf Licht – der Pupillenreflex ist aktiv. Das Baby kann gezielt auf Lichtreize reagieren. Die Lungen sind fast reif; bei einer Frühgeburt ab der 31. SSW ist die Prognose sehr gut.
Ab der 29. SSW werden die Vorsorgeintervalle kürzer: in Deutschland sieht der Mutterpass nun Termine alle 2–3 Wochen vor, in Österreich und der Schweiz ähnlich. Blutdruck, Fundusstand, Urin und Herzton des Babys werden bei jedem Termin kontrolliert.
Ein Druckgefühl tief im Becken – als würde das Baby nach unten drücken – ist typisch für das dritte Trimester. Es entsteht durch das zunehmende Gewicht und die tiefere Lage des Babys im Beckenraum. Braxton-Hicks-Kontraktionen werden häufiger und kräftiger, bleiben aber unregelmäßig und schmerzlos.
Sodbrennen und Kurzatmigkeit wirken zusammen: der Uterus drückt Magen und Zwerchfell nach oben. Linderung kommt erst mit der Lichtung – dem Eintreten des Kopfes ins kleine Becken – die bei Erstgebärenden oft erst in der 36.–38. SSW eintritt. Schlafprobleme sind in dieser Phase fast universell: Harndrang, Kindsbewegungen, Beckenbeschwerden und Wadenkrämpfe unterbrechen den Nachtschlaf.
Pupillenreflex bezeichnet die lichtabhängige Verengung der Pupille. Beim Fötus wird er ab ca. der 28.–31. SSW aktiv. Er zeigt, dass das Nervensystem des Auges und die Verbindung zum Hirnstamm funktionsfähig sind.
Lichtung (Engagement) bezeichnet das Eintreten des kindlichen Kopfes in den Beckeneingang (kleines Becken). Bei Erstgebärenden geschieht dies oft 2–4 Wochen vor der Geburt; bei Mehrgebärenden erst unter der Geburt. Mit der Lichtung lässt Kurzatmigkeit nach – dafür nimmt der Blasendruck zu.
Proktostatische Hypotonie – oder geläufiger: Rückenlage-Schwindel (Vena-cava-Syndrom) – ist im dritten Trimester zunehmend wahrscheinlich. Linke Seitenlage und langsames Aufstehen sind die einfachsten Gegenmittel.
Im dritten Trimester werden die Vorsorgeintervalle kürzer. In Deutschland sieht der Mutterpass ab ca. der 29. SSW Termine alle 2-3 Wochen vor; ab der 36. SSW wöchentlich. In Österreich sind im Mutter-Kind-Pass für das dritte Trimester weitere Pflichtuntersuchungen vorgesehen (32.-36. SSW). In der Schweiz empfiehlt die SGGG ab der 28. SSW alle 3-4 Wochen, ab der 36. SSW alle 1-2 Wochen. Bei Risikoschwangerschaften (Gestationsdiabetes, Bluthochdruck, Mehrling) sind häufigere CTG-Kontrollen und Ultraschalle standard.
Ein Druckgefühl im Becken, in der Leiste oder am Damm entsteht, wenn das Baby tiefer rutscht oder der Kopf auf den Beckeneingang drückt. Es ist ab dem dritten Trimester normal und kein Zeichen einer bevorstehenden Geburt. Wenn der Druck von rhythmischen Kontraktionen, Blutungen oder Flüssigkeitsabgang begleitet wird, sofort den Kreissaal aufsuchen.
Im dritten Trimester drückt die Gebärmutter gleichzeitig nach oben (Zwerchfell, Magen) und nach unten (Blase, Beckenboden). Das erklärt Kurzatmigkeit und Sodbrennen als Paar-Symptome. Erleichterung kommt meist erst mit der Lichtung (Absenkung des Kopfes ins Becken), die bei Erstgebärenden oft in der 36.-38. SSW eintritt. Bis dahin: aufrechte Sitzposition, kleine Mahlzeiten, Antazida nach Rücksprache.
Braxton-Hicks-Kontraktionen sind harmlos, solange sie unregelmassig bleiben, nicht schmerzhaft sind und bei Ruhe, Positionswechsel oder viel Trinken aufhören. Sofort Kreissaal aufsuchen bei: regelmäßigen Kontraktionen (alle 5-10 Minuten), auch wenn sie nicht schmerzhaft sind; zunehmend stärker werdenden Kontraktionen; Blutungen; Flüssigkeitsabgang; Beckendruck kombiniert mit Rückenschmerzen.
Schlafprobleme betreffen fast alle Schwangeren im dritten Trimester: Ursachen sind Harndrang, Kindsbewegungen, Sodbrennen, Rücken- und Beckenschmerzen, Wadenkrämpfe und Angst vor der Geburt. Hilfreich: Stillkissen oder grosses Seitenschläferkissen, Schlafzimmer kühl halten, letzte Mahlzeit 2-3 h vor dem Schlaf, Blase kurz vor dem Schlafen entleeren, kurze Nickerchen tagesüber erlaubt. Schlafmittel sind in der Schwangerschaft kontraindiziert; leichte Entspannungstechniken (Atemmeditation, progressive Muskelentspannung) können helfen.