2. SSW – Eisprung und fruchtbare Tage

2. SSW: Eisprung und fruchtbare Tage

In der 2. SSW nähert sich der Eisprung. Sie sind noch nicht schwanger, aber Ihr Körper bereitet genau das vor: Der dominante Follikel im Eierstock reift heran und wird in Kürze eine Eizelle freisetzen. Die 2. SSW ist damit die fruchtbarste Phase des Zyklus – wer schwanger werden möchte, hat jetzt die besten Chancen.

Der Eisprung selbst findet bei einem 28-tägigen Zyklus typischerweise um den 14. Zyklustag statt. Da Spermien im weiblichen Körper bis zu 5 Tage lebensfähig sind, eine Eizelle aber nur 12–24 Stunden befruchtet werden kann, liegt das eigentliche fruchtbare Fenster etwa 4–5 Tage vor dem Eisprung bis einschließlich Eisprungstag.

Die 2. SSW folgt auf die 1. SSW und gehört zum ersten Trimester. In der 3. SSW kann die Befruchtung bereits stattgefunden haben. Ermitteln Sie Ihre fruchtbaren Tage mit dem Eisprungrechner oder berechnen Sie Ihren Geburtstermin mit dem Schwangerschaftsrechner.

Was passiert in Ihrem Körper?

Der ansteigende Östrogenspiegel lässt den dominanten Follikel weiter wachsen und beeinflusst den Zervixschleim: Er wird klarer, flüssiger und spinnbarer – ähnlich rohem Eiweiß. Dieser Schleim erleichtert den Spermien den Weg zur Eizelle. Der LH-Spiegel (luteinisierendes Hormon) steigt kurz vor dem Eisprung stark an (LH-Surge) und löst die Eizellfreisetzung aus.

Manche Frauen spüren den Eisprung als leichten, einseitigen Unterleibsschmerz (Mittelschmerz). Nach dem Eisprung steigt die Basaltemperatur (morgens nüchtern gemessen) um ca. 0,2–0,5 °C an und bleibt in der zweiten Zyklushälfte erhöht.

Tipps für die fruchtbaren Tage

  • Timing: Regelmäßiger Geschlechtsverkehr jeden zweiten Tag im Zeitraum rund um den Eisprung ist genauso wirksam wie täglicher – und für beide Partner weniger belastend.
  • Eisprungtest (LH-Test): Ovulationstests aus der Apotheke messen den LH-Anstieg im Urin und zeigen die fruchtbaren Tage zuverlässig an. Beginnen Sie den Test ca. 2–3 Tage vor dem erwarteten Eisprung.
  • Basaltemperatur messen: Täglich morgens vor dem Aufstehen mit einem Basalthermometer (2 Dezimalstellen) messen und in einer Kurve dokumentieren. Der Temperaturanstieg bestätigt den Eisprung, kann ihn aber nicht voraussagen.
  • Gleitmittel: Konventionelle Gleitmittel auf Wasserbasis können die Beweglichkeit von Spermien beeinträchtigen. Bei Kinderwunsch spezielle spermafreundliche Gleitmittel verwenden.
  • Folsäure weiter nehmen: Die 400 µg Folsäure täglich kontinuierlich einhalten – eine Schwangerschaft kann in diesem Zyklus beginnen.

Begriffe erklärt

Eisprung (Ovulation) bezeichnet die Freisetzung einer reifen Eizelle aus dem Follikel des Eierstocks. Die Eizelle wird von der Eileiterfranse aufgenommen und ist 12–24 Stunden befruchtungsfähig.

LH-Surge ist der kurze, starke Anstieg des luteinisierenden Hormons, der den Eisprung ca. 24–36 Stunden später auslöst. Eisprung-Schnelltests messen genau diesen Anstieg.

Mittelschmerz ist ein einseitiger, meist kurzfristiger Schmerz im Unterleib, der bei manchen Frauen zum Zeitpunkt des Eisprungs auftritt (ca. Zyklustag 12–16).

Spinnbarkeit beschreibt die Fadbarkeit des Zervixschleims um den Eisprung – er lässt sich zwischen zwei Fingern zu einem dünnen Faden ziehen, was ein Zeichen hoher Fruchtbarkeit ist.

Häufige Fragen zur 2. SSW

Wann genau findet der Eisprung statt?

Bei einem 28-tägigen Zyklus tritt der Eisprung typischerweise um den 14. Zyklustag auf – also ca. 14 Tage vor der nächsten erwarteten Periode. Bei kürzeren oder längeren Zyklen verschiebt sich dieser Zeitpunkt entsprechend. Stress, Erkrankungen, Reisen oder hormonelle Veränderungen können den Eisprung zeitlich beeinflussen. Ein Eisprungtest (LH-Test) aus der Apotheke kann helfen, den genauen Zeitpunkt zu bestimmen.

Wie erkenne ich meine fruchtbaren Tage?

Zuverlässige Anzeichen des Eisprungs: Der Zervixschleim verändert sich – er wird klarer, spinnbarer und erinnert an rohes Eiweiß ("Spinnbarkeit"). Manche Frauen spüren einen leichten Mittelschmerz (Ovulationsschmerz) auf einer Seite. Die Basaltemperatur (morgens nach dem Aufwachen gemessen) steigt nach dem Eisprung um ca. 0,2–0,5 °C an und bleibt erhöht. Eisprung-Apps und LH-Tests aus der Apotheke können die Methode ergänzen.

Wie lange kann die Eizelle befruchtet werden?

Eine Eizelle ist nach dem Eisprung nur ca. 12–24 Stunden befruchtungsfähig. Spermien können im weiblichen Genitaltrakt jedoch bis zu 5 Tage überleben. Das eigentliche "fruchtbare Fenster" beträgt daher etwa 5–6 Tage: die 4–5 Tage vor dem Eisprung sowie der Eisprungstag selbst. Regelmäßiger Geschlechtsverkehr jeden 2. Tag in dieser Phase maximiert die Empfängnischancen.

Ich habe einen unregelmäßigen Zyklus – was kann ich tun?

Unregelmäßige Zyklen (unter 21 oder über 35 Tage, stark variierende Zykluslängen) können auf einen unregelmäßigen Eisprung oder einen ausbleibenden Eisprung (Anovulation) hinweisen. Mögliche Ursachen sind PCO-Syndrom (PCOS), Schilddrüsenprobleme, starkes Unter- oder Übergewicht oder starker Stress. Bei Kinderwunsch und unregelmäßigem Zyklus empfiehlt sich eine gynäkologische Abklärung.

Welche Medikamente oder Substanzen sollte ich bei Kinderwunsch meiden?

Alkohol, Nikotin und Drogen sollten vollständig gemieden werden – sie beeinträchtigen die Fruchtbarkeit bei Frau und Mann und sind ab der Empfängnis schädlich für die Embryonalentwicklung. NSAR (Ibuprofen, Diclofenac) können kurzfristig den Eisprung hemmen. Bestimmte Antibiotika, Antidepressiva und Hormonpräparate können die Fruchtbarkeit beeinflussen. Besprechen Sie alle regelmäßig eingenommenen Medikamente vor einer geplanten Schwangerschaft mit Ihrer Ärztin.

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