In der 35. SSW sind Sie im dritten Trimester. Die 35. SSW folgt auf die 34. SSW; weiter geht es mit der 36. SSW.
Der Fötus wiegt jetzt etwa 2 400 g und ist rund 46 cm lang. Die Fingernägel reichen bis zu den Fingerkuppen – Neugeborene können sich mit ihren eigenen Nägeln kratzen. Das meiste Lanugo ist verschwunden, Vernix caseosa schützt weiterhin die Haut. Die Nieren sind vollständig funktionsfähig, der Darm mit Mekonium gefüllt.
Jetzt steht der GBS-Abstrich an (35.–37. SSW). Das Ergebnis wird dem Geburtsteam vor der Geburt mitgeteilt – bei positivem Befund erfolgt eine Antibiotikaprophylaxe unter der Geburt.
Erschöpfung ist in dieser Phase fast universal – das Körpergewicht, Schlafmangel, Beckenbeschwerden und Atemnot summieren sich. Kurze Ruhepausen tagsüber sind erlaubt und sinnvoll. Hilfe bei Haushalt und anderen Kindern annehmen – jetzt, nicht erst nach der Geburt.
Nabelschnur-Impulse (kurze intensive Kindsbewegungen, manchmal schmerzhaft) entstehen, wenn sich die Nabelschnur beim Bewegen des Babys streckt. Sie sind harmlos. Anhaltend deutlich reduzierte Bewegungen sind dagegen ein Warnsymptom – dann sofort Kreißsaal.
Mekonium ist der erste Stuhlgang des Neugeborenen – ein dunkelgrünes bis schwarzes, klebriges Gemisch aus Fruchtwasser, Gallensekreten, Epithelzellen und Lanugo. Er wird normalerweise in den ersten 24–48 Stunden nach der Geburt entleert. Mekonium im Fruchtwasser vor der Geburt (grünes Fruchtwasser) kann auf fetalen Stress hinweisen und erfordert erhöhte Wachsamkeit.
GBS-Antibiotikaprophylaxe wird intravenös (Penicillin G oder Ampicillin) beim Blasensprung oder Wehenbeginn gegeben und mindestens 4 Stunden vor der Geburt wiederholt. Sie reduziert das Risiko einer Early-onset-GBS-Sepsis beim Neugeborenen um über 80 %. Bei Penicillin-Allergie werden alternative Antibiotika getestet.
Vernix caseosa schützt die kindliche Haut bis zur Geburt vor der Mazerierung durch das Fruchtwasser. Sie hat antimikrobielle Eigenschaften und sollte nach der Geburt nicht sofort abgewaschen werden – das WHO empfiehlt, sie einzumassieren.
Der GBS-Abstrich ist eine einfache, schmerzlose Untersuchung: Ein Wattestäbchen wird in Scheideneingang und Afterbereich gedreht und in ein Labor geschickt. Ergebnis nach ca. 3-5 Tagen. Bei positivem GBS-Befund: Antibiotikaprophylaxe (Penicillin i.v.) unter der Geburt beim Blasensprung oder Wehenbeginn. Die Behandlung ist hochwirksam: Sie reduziert das Risiko einer neonatalen GBS-Infektion um mehr als 80 %. Ein positiver GBS-Befund ist kein Grund zur Sorge – er ist eine Information, die das Geburtsteam benötigt.
Notwendig: Wochenbettvorlagen oder spezielle Wöchnerinnenslips (keine Tampons!), Stilleinlagen, Still-BHs in Stillfähiger Größe, bequeme Nachtwäsche mit Knöpfen für das Stillen, Sitzkissen oder Gummiring bei Nähten, Peribottle oder Handbrause für die Dammpflege. Für das Baby: Erstlingsausstattung (Bodys, Strampler, Schlafanzüge), Einmalwindeln, Feuchttücher (parfümfrei), Schlafplatz mit fester Matratze, Schlafsäcke Größe 50/56. Nicht notwenig: Babybadewanne (Spüle reicht), Windelei, viel Neugeborenenkleidung Größe 50 (Babys wachsen schnell).
Nabelschnurblut enthält blutbildende Stammzellen. Zwei Optionen: 1) Private Einlagerung (kostenpflichtig, ca. 1.500-2.500 Euro + jährliche Lagerungsgebühren): die Stammzellen stehen der eigenen Familie zur Verfügung. Medizinischer Nutzen ist begrenzt – ein Kind kann seine eigenen Stammzellen nicht für alle Erkrankungen verwenden. 2) Öffentliche Spende (kostenlos, in DE bei wenigen Kliniken möglich): Stammzellen gehen ins öffentliche Register und können Fremdempfängern helfen. Fachgesellschaften (DGGG, SGGG) empfehlen keine private Einlagerung als Routinemaassnahme – die Indikation ist selten.
Ja. Das Gewicht des Babys, Schlafmangel, häufiger Harndrang, Beckenbeschwerden und Atemnot summieren sich zu einer erheblichen körperlichen Belastung. Dazu kommen oft emotionaler Stress und Geburtsvorfreude oder -angst. Ruhe und Schlaf priorisieren; Hilfe bei Haushalt und anderen Kindern annehmen; kurze Aktivitäten mit ausreichend Pausen. Wenn Erschöpfung mit Herzrasen, Atemnot in Ruhe oder starker Schwellung einhergeht: sofort abklären lassen (Herzbelastung, Anämie).
Bei komplikationsloser Schwangerschaft, intakter Fruchtblase und normalem Befund ist Geschlechtsverkehr bis kurz vor der Geburt sicher. Prostaglandine im Sperma können theoretisch den Muttermund weichen, haben aber bei einem unreifen Muttermund keine nachgewiesene geburtsauslösende Wirkung. Kontraindiziert bei: Placenta prävia, vorzeitigem Blasensprung, aktiven Blutungen, vorzeitigen Wehen. Bei Unsicherheit Hebamme oder Ärztin fragen.