Die Wahl des Vornamens ist eine der ersten und dauerhaftesten Entscheidungen als Elternteil. In Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol veröffentlichen offizielle Statistikbehörden jährlich die meistgewählten Vornamen – mit teils deutlichen regionalen Unterschieden.
Die folgenden Listen zeigen die populärsten Namen der letzten Jahre, mit Herkunft und Bedeutung. Ergänzt werden sie durch Hinweise zur Namenswahl bei den jeweiligen Standesämtern.
Mia führt die deutschen Ranglisten seit Jahren an. Emma, Emilia und Sophia sind Dauerfavoriten. Daneben wachsen neue Einträge wie Mathilda, Leni und Frieda, die einen leichten Retro-Trend widerspiegeln.
Quelle: Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS), Jahresrangliste Deutschland.
| Name | Herkunft | Bedeutung |
|---|---|---|
| Mia | Skandinavisch / Hebräisch | Mein; Geliebte – Kurzform von Maria |
| Emma | Germanisch | Die Ganze, die Starke |
| Emilia | Lateinisch | Die Eifrige, Fleißige |
| Sophia | Griechisch | Weisheit |
| Hannah | Hebräisch | Gnade, Gunst Gottes |
| Lena | Griechisch / Hebräisch | Die Leuchtende; Kurzform von Helena |
| Mila | Slawisch | Anmutig, lieblich |
| Clara | Lateinisch | Die Helle, Klare; berühmt |
| Lea | Hebräisch | Klassischer biblischer Name |
| Ella | Germanisch / Hebräisch | Fee; Kurzform von Elisabeth oder Eleonore |
| Lina | Arabisch / Germanisch | Zart, weich; Kurzform von Angelina oder Karolina |
| Laura | Lateinisch | Lorbeerkranz; Siegerin |
| Mathilda | Germanisch | Die im Kampf Mächtige |
| Leni | Griechisch | Die Leuchtende; Kurzform von Helena |
| Frieda | Germanisch | Die Friedliche |
| Luisa | Germanisch (Französisch) | Ruhmreiche Kämpferin |
| Anna | Hebräisch | Gnade; zeitloser Klassiker |
| Marie | Hebräisch | Die Geliebte; Meeres-Stern |
| Charlotte | Germanisch (Französisch) | Die Freie; weibliche Form von Karl |
| Nora | Irisch / Arabisch | Ehre; Licht |
Noah hat in den letzten Jahren Leon als meistgewählten Jungennamen abgelöst. Paul und Ben sind langjährige Top-5-Favoriten. Daneben zeigt sich ein wachsendes Interesse an klassisch-deutschen Namen wie Theodor, Friedrich und Heinrich.
Quelle: Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS), Jahresrangliste Deutschland.
| Name | Herkunft | Bedeutung |
|---|---|---|
| Noah | Hebräisch | Ruhe, Trost |
| Leon | Griechisch / Lateinisch | Löwe; stark und mutig |
| Paul | Lateinisch | Der Kleine, Bescheidene |
| Ben | Hebräisch | Sohn; Kurzform von Benjamin |
| Elias | Hebräisch | Mein Gott ist der Herr |
| Finn | Irisch / Nordisch | Hell, fair |
| Jonas | Hebräisch | Taube; Gottes Geschenk |
| Lukas | Griechisch / Lateinisch | Der Leuchtende; Lichtbringer |
| Felix | Lateinisch | Der Glückliche, der Gesegnete |
| Luca | Italienisch / Lateinisch | Licht; beliebt in ganz Europa |
| Maximilian | Lateinisch | Der Größte; kaiserlicher Name |
| Niklas | Griechisch | Sieg des Volkes; deutsche Form von Nikolaus |
| Julian | Lateinisch | Dem Julius zugehörig; jugendlich |
| Moritz | Lateinisch / Maurisch | Aus Mauren stammend |
| David | Hebräisch | Der Geliebte |
| Alexander | Griechisch | Beschützer der Menschen |
| Theodor | Griechisch | Geschenk Gottes; Retro-Klassiker im Aufwind |
| Emil | Lateinisch | Der Eifrige, Fleißige |
| Anton | Lateinisch | Der Unschätzbare; zeitloser Klassiker |
| Johann | Hebräisch | Gott ist gnädig; Urform von Hans und Johannes |
Österreich teilt viele Spitzennamen mit Deutschland, hat aber eigene regionale Favoriten. Besonders in Wien und Tirol sind teils andere Namen führend als im Bundesdurchschnitt. Maximilian, Marie und Alexander haben in Österreich traditionell eine stärkere Stellung als im übrigen deutschsprachigen Raum.
Quelle: Statistik Austria; städtische Meldeämter (Wien, Graz, Linz).
Marie, Emma, Emilia, Lena, Laura, Anna, Sophie, Valentina, Leonie, Katharina.
Maximilian, David, Alexander, Paul, Noah, Lukas, Leon, Johannes, Jakob, Tobias.
Liechtenstein folgt in seinen Vornamenstendenzen eng Österreich; eigene Ranglisten werden nicht regelmäßig veröffentlicht.
Die Schweiz ist viersprachig, und das spiegelt sich in den Vornamensstatistiken wider. Die deutschsprachige Schweiz (Deutschschweiz) folgt weitgehend den DACH-Trends, die Romandie bevorzugt französisch klingende Namen, und das Tessin wählt häufig italienische Vornamen. Das Bundesamt für Statistik (BFS) veröffentlicht jährliche Ranglisten auf Bundesebene und nach Kanton.
Quelle: Bundesamt für Statistik (BFS), Schweiz.
Emma, Mia, Lena, Ella, Sofia, Mila, Lea, Anna, Laura, Lina.
Noah, Luca, Leon, Matteo, David, Jonas, Simon, Elias, Lukas, Noel.
Südtirol (Autonome Provinz Bozen – Alto Adige) ist die einzige Region außerhalb der DACH-Länder mit Deutsch als gleichberechtigter Amtssprache. Die Bevölkerung ist zu ca. 69 % deutschsprachig, ca. 26 % italienischsprachig und ca. 4 % ladinischsprachig. Diese Mehrsprachigkeit macht die Vornamenslandschaft einzigartig: deutsche und italienische Namen stehen gleichwertig nebeneinander.
Quelle: ASTAT – Landesinstitut für Statistik der Provinz Bozen/Südtirol.
Emma, Sofia, Mia, Anna, Laura, Maria, Lena, Giulia, Sara, Lara.
Lukas, Matteo, Noah, Luca, Alexander, David, Tobias, Simon, Jonas, Lorenzo.
Altdeutsche und früh-20.-Jahrhundert-Namen erleben in ganz DACH eine Renaissance. Sie klingen frisch nach einer Generation der Pause und haben gleichzeitig ein solides historisches Fundament.
Mädchen: Mathilda, Frieda, Hedwig, Ida, Hilde, Berta, Walburga, Adelheid, Lieselotte, Rosalinde.
Jungen: Theodor, Friedrich, Heinrich, Wilhelm, Konrad, Gottfried, Herbert, Walther, Otto, Rudi.
Namen wie Otto, Emil und Ida haben in den letzten zehn Jahren stark zugelegt und sind heute in Kindergärten wieder häufig zu hören.
Einsilbige oder zweisilbige Namen dominieren die aktuellen Rankings in allen deutschsprachigen Regionen. Mia, Lea, Ben, Finn, Leni, Luca, Nora – sie sind leicht auszusprechen, funktionieren international und altern gut. Kurze Namen lassen sich auch gut mit längeren Familiennamen kombinieren.
Laut Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) waren die beliebtesten Vornamen in Deutschland 2024 bei Mädchen Mia, Emma, Emilia, Sophia und Hannah; bei Jungen Noah, Leon, Paul, Ben und Elias. Die genauen Ranglisten werden jedes Jahr im Januar für das Vorjahr veröffentlicht.
In Österreich führen Statistik Austria und einzelne Bundesländer Vornamensstatistiken. Beliebte Mädchennamen 2023–2024 waren Marie, Emma, Emilia, Lena und Laura. Bei Jungen führten Maximilian, David, Alexander, Paul und Noah. Regionaler Einfluss (z.B. Wien vs. ländliche Bundesländer) kann die Ranglisten verschieben.
Das Bundesamt für Statistik (BFS) veröffentlicht jährlich die beliebtesten Vornamen nach Kanton. Schweizweit führen bei Mädchen Emma, Mia, Lena, Ella und Sofia; bei Jungen Noah, Luca, Leon, Matteo und David. Die Romandie und das Tessin zeigen dabei deutlich mehr französische bzw. italienische Einflüsse.
Ja. Standesämter in Deutschland prüfen Vornamen und können sie ablehnen wenn sie das Kindeswohl gefährden, keine Vornamen-Qualität haben oder als Familiennamen gelten. Beispiele abgelehnter Namen: Matti (allein), Satan, Stacheldraht. Doppelnamen sind erlaubt; die Anzahl ist jedoch begrenzt (in der Regel max. 5).
Ja. Südtirol (Autonome Provinz Bozen) verbindet deutsche und italienische Namenskultur einzigartig. Namen wie Matteo, Luca, Sofia und Lorenzo stehen neben Lukas, Emma und Hannah gleichberechtigt in den ASTAT-Ranglisten. In der Schweiz zeigen die Kantone je nach Sprachregion (Deutsch, Französisch, Italienisch) sehr unterschiedliche Trends.