In der 29. SSW sind Sie im dritten Trimester. Die 29. SSW folgt auf die 28. SSW; weiter geht es mit der 30. SSW.
Der Fötus wiegt jetzt etwa 1 150 g und ist rund 38 cm lang. Das Gehirn wächst schneller als je zuvor – Windungen und Furchen bilden sich, die Oberfläche vergrößert sich stark. Gleichzeitig baut das Baby aktiv Eisenspeicher in der Leber auf: Muttermilch ist eisenarm, daher ist dieser Vorrat für die ersten Lebensmonate essenziell.
Das Lanugo (Flaum) beginnt sich zurückzubilden, da mehr Unterhautfett entsteht. Das Baby liegt meistens in einer bevorzugten Position – aber ein Wenden bis zur 34.–36. SSW ist noch gut möglich.
Hämorrhoiden und Krampfadern nehmen durch den steigenden Venendruck häufig zu. Ballaststoffreiche Ernährung, ausreichend Flüssigkeit und Bewegung beugen Verstopfung – dem wichtigsten Auslöser – vor. Ischiasähnliche Schmerzen (Ziehen von der Gesäßregion ins Bein) entstehen oft durch Druck des Uterus oder durch Beckenringlockerung; Physiotherapie ist wirksam.
Schlafmangel ist in dieser Phase häufig: häufige Toilettengänge, Kindsbewegungen, Sodbrennen und Beckenbeschwerden unterbrechen den Schlaf. Kurze Nickerchen tagsüber sind erlaubt und hilfreich.
Gyrifikation ist die Bildung von Gehirnwindungen (Gyri) und Furchen (Sulci), die im dritten Trimester intensiv stattfindet. Sie vergrößert die Hirnoberfläche und ermöglicht mehr neuronale Verbindungen. Bei Frühgeborenen ist die Gyrifikation entsprechend weniger weit fortgeschritten.
Fetale Eisenspeicher werden in den letzten 10–12 Schwangerschaftswochen aktiv von der Mutter auf den Fötus übertragen und in der fetalen Leber gespeichert. Sie versorgen das Neugeborene in den ersten 4–6 Lebensmonaten, solange Muttermilch (eisenarm) die einzige Nahrungsquelle ist. Frühgeborene haben deutlich geringere Speicher.
Hämorrhoiden sind vergrößerte Gefäßpolster im Analkanal. In der Schwangerschaft entstehen sie durch erhöhten Venendruck, Progesteron-bedingte Venenwanderschlaffung und Verstopfung. Sie bilden sich nach der Geburt häufig von selbst zurück.
Ein Geburtsvorbereitungskurs (GVK) vermittelt: Anatomie und Phasen der Geburt, Atem- und Entspannungstechniken, Positionswechsel unter der Geburt, Schmerzmanagemement-Optionen (PDA, Lachgas, Wassergeburt, TENS), Informationen zum Wochenbett und frühzeitigem Stillen. Die GKV (DE) erstattet einen Kurs für die Mutter; Partnerkurse sind oft zuzahlungspflichtig. Kurse dauern meist 8-12 Stunden (kompakt an einem Wochenende oder verteilt auf mehrere Abende).
In den letzten Schwangerschaftswochen überträgt die Mutter aktiv Eisen auf den Fötus, der damit Leberspeicher für die ersten Lebensmonate aufbaut. Muttermilch ist eisenarm – das Baby lebt in den ersten 4-6 Monaten von diesen Speichern. Frühgeborene haben weniger Zeit, Eisen zu speichern, und benötigen deshalb oft früher eisenreiche Beikost oder Supplemente. Der Eisenbedarf der Mutter bleibt bis zur Geburt hoch.
Hämorrhoiden (aufgeblasene Gefäßpolster im Afterbereich) entstehen durch erhöhten Venendruck, Progesteron und oft durch Verstopfung. Massnahmen: ballaststoffreiche Ernährung (Gemüse, Obst, Vollkorn, Hülsenfrüchte), viel trinken, Verstopfung behandeln (Macrogol ist in der Schwangerschaft sicher nach Rücksprache). Lokale Massnahmen: kühlende Salben, weiche Feuchttücher, kalte Umschläge. Sitzbäder oder Sitz auf dem Toilettenhocker (Füße erhöht) entlasten den Beckenboden. Hämorrhoiden bilden sich nach der Geburt oft zurück.
Ischias-ähnliche Schmerzen (Schmerzen oder Kribbeln von der Gesäßregion über den Oberschenkel bis ins Bein) kommen in der Schwangerschaft häufig vor – oft nicht durch eine klassische Bandscheibenverletzung, sondern durch Druck des Uterus auf den Ischiasnerv oder durch Beckenringlockerung (ISG-Problematik). Massnahmen: Physiotherapie, Wärme, Positionswechsel, Dehnübungen. Bei starken, anhaltenden oder beidseitigen Beschwerden ärztlich abklären – selten ist ein Bandscheibenvorfall die Ursache.
Schwimmen und Aquajogging sind bis kurz vor der Geburt bei unkomplizierter Schwangerschaft hervorragend geeignet: kaum Gelenksbelastung, Entlastung des Rückens, Herz-Kreislauf-Training. Öffentliche Schwimmbäder: bei normalem Chlorgehalt kein Problem; Sauna bei moderater Temperatur (unter 90°C, kurze Dauer) ist für gesunde Schwangere in der Regel sicher – Schwindelgefühl ist das Signal zum Verlassen. Whirlpool und sehr heisse Bäder (über 38°C) sollten vermieden werden.