6. SSW – Herzschlag und erster Ultraschall

6. SSW: Erster Herzschlag, Ultraschall und Übelkeit

In der 6. SSW schlägt das Herz des Embryos bereits – und bei einem Transvaginalultraschall kann dieser erste Herzschlag erstmals sichtbar gemacht werden. Ein aufregender Meilenstein: Was mit einer winzigen Zellkugel begann, hat jetzt eine messbare Herzfrequenz von etwa 100–160 Schlägen pro Minute. Gleichzeitig werden Übelkeit und andere Symptome für viele Frauen in dieser Woche intensiver.

Der Embryo ist in der 6. SSW etwa 4–6 mm lang – ungefähr so groß wie eine Linse. Trotz seiner Winzigkeit sind bereits viele Organgrundlagen angelegt, und die Entwicklung schreitet täglich voran.

Die 6. SSW folgt auf die 5. SSW und gehört zum ersten Trimester. In der 7. SSW wächst der Embryo weiter und erste Körperstrukturen werden erkennbarer.

Ihr Baby in der 6. SSW

Der Embryo hat eine charakteristische C-Form. Arm- und Beinknospen werden deutlicher, Augen- und Ohranlagen entstehen als kleine Vertiefungen. Das Gehirn differenziert sich in Vorder-, Mittel- und Hinterhirn. Leber, Bauchspeicheldrüse, Magen und Darmanlage entwickeln sich. Die Plazenta wächst und beginnt, die Nährstoff- und Sauerstoffversorgung zu übernehmen.

Was passiert in Ihrem Körper?

Schwangerschaftsübelkeit (Emesis gravidarum) erreicht in den Wochen 6–10 häufig ihren Höhepunkt. Sie ist nicht auf den Morgen beschränkt – viele Frauen erleben Übelkeit ganztägig. Ursache ist vor allem das rapide steigende hCG sowie die veränderte Magenentleerung durch Progesteron.

Weitere häufige Beschwerden: starkes Brustspannen, extreme Müdigkeit, Geruchsüberempfindlichkeit, Lebensmittelabneigungen, häufiger Harndrang, Verstopfung. Leichtes Schmieren kann vorkommen und ist meist harmlos. Sofort ärztliche Hilfe suchen bei: starker Blutung, heftigen einseitigen Unterleibsschmerzen oder Schulterschmerzen, Schwindel, Ohnmacht.

Was Sie jetzt tun können

  • Ersten Ultraschalltermin festlegen: Falls noch nicht geschehen, Gynäkologin oder Hebamme kontaktieren. Der erste Ultraschall mit Herztonkontrolle findet in der 8.–10. SSW statt (Mutterpass DE / Mutter-Kind-Pass AT / Ersttrimestercheck CH).
  • Übelkeit gezielt managen: Vor dem Aufstehen trockene Kohlenhydrate essen (Zwieback, Salzcracker), kleine Portionen über den Tag verteilen, ausreichend trinken. Ingwer (Tee, Kapseln bis 1 g/Tag) ist in der Schwangerschaft als sicher eingestuft. Bei schwerer Übelkeit mit Erbrechen Ärztin kontaktieren – zugelassene Antiemetika sind verfügbar.
  • Folsäure weiter nehmen: 400 µg täglich bis Ende 12. SSW.
  • Schwangerschaftspass anlegen: In Deutschland erhalten Sie den Mutterpass bei Ihrer Gynäkologin. In Österreich den Mutter-Kind-Pass, in der Schweiz den Schwangerschaftsausweis. Diese Dokumente begleiten Sie durch die gesamte Vorsorge.
  • Verläufe dokumentieren: Datum der letzten Periode, ersten positiven Test, Symptome und Fragen für den nächsten Arzttermin notieren.

Begriffe erklärt

Transvaginalultraschall (TVS) ist eine Ultraschalluntersuchung, bei der die Sonde vaginal eingeführt wird. Er ermöglicht in der Frühschwangerschaft deutlich bessere Bildqualität als der Abdominalultraschall und ist sicher für Mutter und Embryo.

Emesis gravidarum ist der medizinische Begriff für die schwangerschaftsbedingte Übelkeit, die bei bis zu 80 % aller Schwangeren auftritt. Bei schwerem Verlauf mit Gewichtsverlust und Dehydratation spricht man von Hyperemesis gravidarum.

Mutterpass ist das offizielle Dokument zur Dokumentation aller Vorsorgeuntersuchungen in Deutschland (gemäß Mutterschaftsrichtlinien des G-BA). Er wird bei der ersten Schwangerschaftsuntersuchung ausgestellt und sollte stets mitgeführt werden.

Mutter-Kind-Pass ist das österreichische Pendant zum deutschen Mutterpass. Er enthält vorgeschriebene Untersuchungen, deren Teilnahme mit finanziellen Leistungen (Kinderbetreuungsgeld) verknüpft ist.

Häufige Fragen zur 6. SSW

Ab wann ist der Herzschlag per Ultraschall sichtbar?

Ein embryonaler Herzschlag ist per Transvaginalultraschall (TVS) meist ab ca. 6+0 SSW darstellbar, manchmal etwas früher oder später – abhängig vom genauen Ovulationszeitpunkt und der Gerätequalität. Wenn in der 6. SSW kein Herzschlag zu sehen ist, bedeutet das nicht automatisch etwas Schlechtes; ein Kontrollultraschall nach 7–10 Tagen schafft Klarheit. Eine Herzfrequenz unter 100 Schlägen/Minute in dieser Woche kann ein Risikofaktor sein.

Was tun bei starker Übelkeit in der Schwangerschaft?

Bewährte Maßnahmen: Kleine, häufige Mahlzeiten statt großer Portionen; trockene Kohlenhydrate (Zwieback, Salzcracker) morgens vor dem Aufstehen essen; ausreichend trinken (Wasser, Kräutertee, Ingwertee); starke Gerüche meiden. Ingwer (Kapseln, Tee, Kekse) gilt als sicher und kann helfen. Bei starker Übelkeit mit Erbrechen kann Ihre Ärztin zugelassene Antiemetika (z. B. Doxylamin/Pyridoxin, Metoclopramid) verschreiben. Selbst keine rezeptfreien Mittel nehmen ohne Rücksprache.

Was entwickelt der Embryo in der 6. SSW?

Der Embryo misst ca. 4–6 mm (Linsengröße) und hat eine C-förmige Krümmung. Das Herz schlägt bereits (ca. 100–160 Schläge/Minute), Gehirn und Rückenmark formen sich rasch, Arm- und Beinknospen werden sichtbar, Augen- und Ohranlagen entstehen. Leber, Bauchspeicheldrüse und erste Magen-Darm-Strukturen entwickeln sich.

Ich habe kaum Schwangerschaftssymptome – ist das normal?

Ja. Die Intensität von Symptomen ist individuell sehr verschieden und korreliert nicht zuverlässig mit dem Schwangerschaftsverlauf. Manche Frauen haben in der 6. SSW starke Übelkeit, andere kaum Beschwerden – beides ist normal. Das Nachlassen von Symptomen (z. B. Übelkeit lässt plötzlich nach) kann in seltenen Fällen auf eine Fehlgeburt hinweisen, muss aber nicht. Bei Unsicherheit: Ultraschallkontrolle.

Wann muss ich wegen Blutungen in der Frühschwangerschaft sofort zum Arzt?

Sofort zum Arzt oder in die Notaufnahme bei: starken vaginalen Blutungen (stärker als eine normale Periode), starken einseitigen Unterleibsschmerzen oder Schulterschmerzen (Verdacht Eileiterschwangerschaft), Schwindel, Ohnmacht oder Kreislaufkollaps. Leichtes Schmieren (helles Rosa oder Braun, kein Tampon nötig) in der Frühschwangerschaft ist häufig und meist harmlos, sollte aber der betreuenden Ärztin mitgeteilt werden.

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