In der 5. SSW steigt hCG rapide weiter an – und mit ihm werden erste Schwangerschaftssymptome für viele Frauen spürbar. Übelkeit, Müdigkeit, Brustspannen und veränderte Geruchswahrnehmung sind die häufigsten Zeichen dieser Woche. Gleichzeitig läuft im Inneren Hochbetrieb: Das Neuralrohr schließt sich, die frühe Herzanlage beginnt zu schlagen.
Die Schwangerschaftswochen werden vom ersten Tag der letzten Periode gezählt – der Embryo selbst ist in der 5. SSW erst etwa drei Wochen alt. Das erklärt, warum Ultraschallbefunde in dieser frühen Phase noch wenig zeigen können.
Die 5. SSW folgt auf die 4. SSW und gehört zum ersten Trimester. In der 6. SSW kann per Ultraschall erstmals ein Herzschlag sichtbar sein. Berechnen Sie Ihren Geburtstermin mit dem Schwangerschaftsrechner.
Der Embryo ist etwa 1–2 mm groß – ungefähr so groß wie ein Sesamkorn. Winzig, aber die Entwicklung ist beeindruckend: Das Neuralrohr, aus dem Gehirn und Rückenmark entstehen, schließt sich in dieser Woche. Eine Störung dieses Vorgangs führt zu Neuralrohrdefekten wie Spina bifida – weshalb Folsäure gerade jetzt so wichtig ist. Frühe Herzanlage, Kreislaufgefäße, erste Arm- und Beinknospen sowie Leber- und Darmanlagen entstehen.
Im Ultraschall ist in der 5. SSW meist ein Gestationssäckchen (Fruchthöhle) und ein Dottersack sichtbar. Ein Herzschlag ist typischerweise noch nicht darstellbar – das ist in diesem Entwicklungsstadium vollkommen normal.
Die Symptomintensität variiert erheblich. Manche Frauen fühlen sich kaum verändert, andere kämpfen schon in der 5. SSW mit starker Übelkeit und extremer Erschöpfung. Wenige oder keine Symptome sind kein Zeichen für eine Fehlgeburt – und umgekehrt garantiert starke Übelkeit keinen problemlosen Verlauf.
Häufige Beschwerden: Morgenübelkeit (die zu jeder Tageszeit auftreten kann), Brustspannen und empfindliche Brustwarzen, Müdigkeit, Geruchsempfindlichkeit, Blähungen, vermehrter Harndrang, Stimmungsschwankungen. Leichtes Schmieren kann vorkommen. Sofort zum Arzt: starke Blutungen, heftige einseitige Schmerzen, Schwindel oder Ohnmacht.
Neuralrohr ist die embryonale Struktur, aus der Gehirn und Rückenmark entstehen. Es schließt sich in der 5.–6. SSW. Folsäuremangel erhöht das Risiko für Neuralrohrdefekte wie Spina bifida oder Anenzephalie.
Gestationssäckchen (Fruchthöhle) ist der erste im Ultraschall sichtbare Hinweis auf eine intrauterine Schwangerschaft – eine flüssigkeitsgefüllte Höhle in der Gebärmutter.
Dottersack ist ein kleines rundes Gebilde im Gestationssäckchen, das den Embryo in der Frühschwangerschaft ernährt, bevor die Plazenta diese Funktion übernimmt.
Hyperemesis gravidarum ist eine schwere Form der Schwangerschaftsübelkeit mit anhaltendem Erbrechen, Gewichtsverlust und Dehydratation. Sie erfordert ärztliche Behandlung, oft mit Infusionen und Antiemetika.
Schwangerschaftsübelkeit ("Morgenübelkeit") beginnt typischerweise zwischen der 5. und 6. SSW, erreicht ihren Höhepunkt meist um die 8.–10. SSW und klingt bei den meisten Frauen bis zur 12.–14. SSW ab. Etwa 1–3 % der Schwangeren entwickeln eine Hyperemesis gravidarum – anhaltende schwere Übelkeit mit Erbrechen und Gewichtsverlust, die medizinische Behandlung erfordert.
Der Embryo ist etwa 1–2 mm groß (Sesamkorngröße). Das Neuralrohr – die Vorläuferstruktur von Gehirn und Rückenmark – schließt sich in dieser Woche. Frühe Herzanlage, Kreislaufgefäße, erste Anlagen von Armen und Beinen sowie die Plazenta entwickeln sich. Die Plazenta übernimmt zunehmend die hCG-Produktion und bereitet sich auf die hormonelle Versorgung vor.
Per Transvaginalultraschall (TVS) ist in der 5. SSW typischerweise ein Gestationssäckchen (Fruchthöhle) sichtbar, oft auch der Dottersack. Ein Herzschlag ist meist noch nicht darstellbar – das ist in diesem Stadium normal. Bei einem Abdominalultraschall kann zu diesem Zeitpunkt noch sehr wenig sichtbar sein. Kontrollultraschall nach 1–2 Wochen ist üblich, wenn Zweifel bestehen.
Vereinbaren Sie nach einem positiven Test zeitnah einen Termin bei Ihrer Gynäkologin oder Hebamme. Der erste Ultraschall mit Herztonkontrolle wird üblicherweise zwischen der 8. und 10. SSW durchgeführt. Hebammen sollten idealerweise früh kontaktiert werden – in vielen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gibt es Kapazitätsengpässe, eine frühzeitige Anmeldung ist daher empfehlenswert.
Moderate Bewegung ist in einer komplikationslosen Schwangerschaft empfohlen und unbedenklich. Geeignet: zügiges Gehen, Schwimmen, Radfahren, Yoga (ohne extreme Dehnungen), leichtes Krafttraining. Zu meiden: Sportarten mit Sturzgefahr (Reiten, Skifahren, Kampfsport), Kontaktsportarten, intensives Intervaltraining sowie Tauchen. Bei Blutungen, Krämpfen oder Schmerzen während des Sports sofort pausieren.