1. SSW – Die erste Schwangerschaftswoche

1. SSW: Warum die Schwangerschaft mit der Periode beginnt

In der 1. SSW (Schwangerschaftswoche) sind Sie noch nicht schwanger – und das ist völlig normal. Die Zählung der Schwangerschaftswochen beginnt per medizinischer Konvention mit dem ersten Tag Ihrer letzten Regelblutung (LMP – Last Menstrual Period). Das bedeutet: Die 1. SSW entspricht der Woche Ihrer Menstruation, Eisprung und Befruchtung finden erst später statt.

Diese Zählweise hat einen praktischen Grund: Der genaue Zeitpunkt des Eisprungs und der Empfängnis ist selten sicher bekannt, der erste Tag der Periode hingegen fast immer. Ärztinnen, Hebammen und Schwangerschaftsrechner in Deutschland, Österreich und der Schweiz nutzen diesen Ausgangspunkt einheitlich für die Berechnung des errechneten Geburtstermins (ET) – 40 Wochen (280 Tage) nach dem ersten Periodentag.

Die 1. SSW gehört zum ersten Trimester. Lesen Sie weiter über die 2. SSW, in der der Eisprung und die fruchtbaren Tage im Mittelpunkt stehen. Berechnen Sie Ihren Geburtstermin mit unserem Schwangerschaftsrechner oder ermitteln Sie Ihre fruchtbaren Tage mit dem Eisprungrechner.

Was passiert in Ihrem Körper?

In der 1. SSW findet die Menstruationsblutung statt. Der Körper stößt die aufgebaute Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) des Vormonats ab. Gleichzeitig beginnen die Eierstöcke unter dem Einfluss von FSH (follikelstimulierendes Hormon) neue Follikel heranzureifen – einer davon wird in der Regel in der 2. SSW zum dominanten Follikel, aus dem die Eizelle freigesetzt wird.

Die Symptome in der 1. SSW sind Regelschmerzen, kein Schwangerschaftszeichen: Unterleibskrämpfe, Rückenschmerzen, Brustspannen, Müdigkeit, Stimmungsschwankungen und Blähungen. Bei ungewöhnlich starker Blutung, sehr starken Schmerzen oder Schwindelgefühl sollte eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden.

Was Sie jetzt tun können

  • Folsäure beginnen: Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), die Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie (OEGGG) und die Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie (SGGG) empfehlen 400 µg Folsäure täglich – idealerweise bereits 4 Wochen vor der geplanten Empfängnis bis zum Ende der 12. SSW. Folsäure reduziert das Risiko von Neuralrohrdefekten (z. B. Spina bifida) um bis zu 70 %.
  • Zyklusdaten notieren: Halten Sie den ersten Tag Ihrer Regelblutung, die Zykluslänge und Ovulationszeichen fest. Diese Angaben helfen später bei der genauen Terminberechnung.
  • Alkohol, Nikotin, Drogen meiden: Da eine Schwangerschaft in diesem Zyklus möglich ist, empfiehlt sich Zurückhaltung bereits jetzt – vor dem positiven Test.
  • Medikamente prüfen: Besprechen Sie alle regelmäßig eingenommenen Medikamente mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt auf Verträglichkeit in der Frühschwangerschaft. Setzen Sie keine verschreibungspflichtigen Medikamente eigenständig ab.
  • Präkonzeptionsberatung nutzen: Bei Vorerkrankungen (Diabetes, Schilddrüse, Epilepsie, Bluthochdruck, psychische Erkrankungen) oder früheren Schwangerschaftskomplikationen ist ein Beratungsgespräch vor der Schwangerschaft empfehlenswert.

Begriffe erklärt

SSW steht für Schwangerschaftswoche. Die Angabe erfolgt üblicherweise als vollendete Wochen, z. B. “8+3 SSW” = 8 vollendete Wochen und 3 Tage.

LMP (Last Menstrual Period) bezeichnet den ersten Tag der letzten Regelblutung – der medizinische Ausgangspunkt für die Berechnung des Geburtstermins.

Folsäure ist ein B-Vitamin (Vitamin B9), das für die Zellteilung und die Schließung des Neuralrohrs in der Frühschwangerschaft unverzichtbar ist.

ET (errechneter Termin) ist der berechnete Geburtstermin, 40 Wochen nach dem ersten Periodentag. Er ist ein Schätzwert – nur etwa 5 % der Babys kommen genau am ET zur Welt.

Häufige Fragen zur 1. SSW

Warum beginnt die Schwangerschaft schon in der 1. SSW, obwohl man noch gar nicht schwanger ist?

Die Zählung der Schwangerschaftswochen (SSW) beginnt per Konvention mit dem ersten Tag der letzten Regelblutung (LMP – Last Menstrual Period). Da der genaue Eisprung- und Empfängnistag meist unbekannt ist, nutzen Ärztinnen, Hebammen und Schwangerschaftsrechner diesen fixen Ausgangspunkt. Das bedeutet: In der 1. und 2. SSW findet die eigentliche Befruchtung noch gar nicht statt.

Wie sollte ich mich in der 1. SSW bei Kinderwunsch verhalten?

Beginnen Sie (falls noch nicht geschehen) mit der Einnahme von Folsäure (400–800 µg täglich). In Deutschland, Österreich und der Schweiz empfehlen die medizinischen Fachgesellschaften Folsäure mindestens 4 Wochen vor der geplanten Empfängnis bis zum Ende der 12. SSW, um das Risiko von Neuralrohrdefekten (z. B. Spina bifida) zu senken. Verzichten Sie auf Alkohol und Nikotin, überprüfen Sie Ihre Medikamente mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wie berechne ich meinen Geburtstermin?

Der errechnete Termin (ET) liegt 40 Wochen (280 Tage) nach dem ersten Tag der letzten Regelblutung. Die klassische Formel (Nägele-Regel): Erster Tag der letzten Periode + 1 Jahr − 3 Monate + 7 Tage. Genauer ist die Berechnung mit unserem Schwangerschaftsrechner, der auch abweichende Zykluslängen berücksichtigt.

Welche Symptome sind in der 1. SSW normal?

In der 1. SSW findet die Menstruationsblutung statt. Typische Beschwerden sind Unterleibskrämpfe, Rückenschmerzen, Brustspannen, Müdigkeit, Stimmungsschwankungen und Blähungen – also normale Regelschmerzen. Typische Schwangerschaftssymptome wie Übelkeit entstehen erst nach der Einnistung, frühestens ab der 4.–5. SSW.

Wann sollte ich einen Präkonzeptionscheck beim Arzt machen?

Ein Präkonzeptionscheck (Beratungsgespräch vor der Schwangerschaft) ist bei folgenden Situationen besonders empfehlenswert: Vorerkrankungen wie Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen, Epilepsie, Bluthochdruck oder psychische Erkrankungen; Einnahme von Dauermedikamenten; Fehlgeburten in der Vorgeschichte; unerfüllter Kinderwunsch über mehr als 12 Monate (unter 35 Jahren) bzw. 6 Monate (über 35 Jahren).

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